Monat: August 2025

Die Langton-Ameise – Wie Dir ein einfaches Computermodell die Angst vor der KI nehmen und zugleich ein grundlegendes Lebensprinzip aufzeigen kann

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um die schriftliche Version eines Videobeitrags, welchen wir auf Youtube veröffentlicht haben. Unser Video, in welchem das Computermodell visualisiert wird, findest du auch unter dem Text. Es häufen sich Beiträge von ehemaligen KI-Entwicklern, die etwa vor der Unkontrollierbarkeit der KI warnen. Dieser Eindruck kann jedoch nur entstehen, wenn ein Entwickler zwar programmieren kann, jedoch die grundlegende Mathematik nicht verstanden hat. Auch Alex hatte in seiner Jugend bereits programmiert und erst danach seine Begeisterung für Mathematik entdeckt und während er grundlegende Algorithmen für das, was man heutzutage KI nennt, entwickelte, festgestellt, dass nur wenige in der Lage sind zu verstehen, wie ein digitales System tatsächlich aufgebaut ist und wo seine Grenzen sind. Die Langton-Ameise ist eine im Jahre 1986 durch den theoretischen Biologen Christopher Langton (*1949) entwickeltes Computermodell eines primitiven Organismus. Das zugrundeliegende Prinzip ist auch für Nichtfachleute – insbesondere auch für Kinder – leicht verständlich: Die „Welt“ der Langton-Ameise besteht aus einer theoretisch unendlich großen Fläche aus quadratischen Spielfeldern, welche schwarz oder weiß gefärbt sein können. Zu Beginn wird die Ameise auf ein beliebiges Feld gesetzt und in eine der vier möglichen Richtungen gedreht. In jedem Spielzug dreht sich die Ameise, wenn sie auf einem weißen Feld steht, nach rechts, auf einem schwarzen nach links. Nun kehrt sie die Farbe des Feldes, auf welchem sie sich befindet, um, und bewegt sich sodann in der Richtung in die sie zeigt ein Feld weiter. Das System lässt also keinen Raum für Zufälligkeiten – bei gegebener Anfangsfärbung der Felder sowie Startposition und Startrichtung der Ameise ist für alle zukünftigen Spielzüge die Farbe jedes Feldes sowie Position und Richtung der Ameise genau vorherbestimmt und das System verhält sich bei Neustart des Spiels exakt identisch. Dennoch kann das Verhalten nicht durch eine einfachere Rechenvorschrift vorhergesagt werden – die einzige Möglichkeit, herauszufinden, wo sich die Ameise nach einer bestimmten Anzahl von Spielzügen befinden wird und wie die einzelnen Spielfelder gefärbt sein werden, besteht darin, das Spiel laufen zu lassen, bis diese Anzahl an Zügen erreicht wird. Die Langton-Ameise macht den wesentlichen Unterschied zwischen Vorherbestimmtheit und Vorhersagbarkeit greifbar. Es zeigt auf, dass ein Vorgang auch dann nicht zwangsläufig vorhergesagt werden kann, wenn er exakt bis in alle Einzelheiten vorherbestimmt ist. Dies erklärt unter anderem, warum eine sog. KI sich lebendig und individuell zu verhalten scheint. Und wenn dies bereits für einen solch einfachen und in sich geschlossenen, digitalen Prozess wie die Langton-Ameise der Fall ist, was könnte das für die komplexen und hochgradig vernetzten Vorgänge in der Natur bedeuten? Die Langton-Ameise weist ein bemerkenswertes Verhaltensmuster auf: Für den Fall, dass zu Beginn alle Spielfelder weiß sind, erzeugt sie in den ersten 104 Zügen symmetrische Figuren und beginnt sodann, ein völlig chaotisches, sich ausbreitendes Bild zu erzeugen. Nach ca. 10000 Zügen beginnt sie plötzlich, eine geordnete, regelmäßige Struktur zu zeichnen, welche sich unendlich fortsetzt. Niemand würde vermuten, dass und wann dem chaotischen, ein geordnetes Verhalten folgt. Hier wird ein fundamentales Naturprinzip veranschaulicht, welchem letztenendes alle Entwicklungsvorgänge folgen: zwischen zwei geordneten Zuständen wird stets eine Phase des Chaos durchlaufen. In der Mathematik und Nachrichtentechnik ist dieses Prinzip wohlbekannt – weniger bekannt ist jedoch, dass es sich auf alle Lebensbereiche übertragen lässt. Eine Raupe etwa (Ordnung) löst sich in der Verpuppung vollständig auf (Chaos). Aus der amorphen Masse in der Puppe bildet sich dann schließlich ein Schmetterling (höhere Ordnung) heraus. Kann es sein, dass Abläufe in Deinem Leben und Deiner Entwicklung ebenfalls dem Ordnung-Chaos-Ordnung-Schema folgen? In der nachfolgenden Videoversion dieses Beitrags wird die Langton-Ameise visualisiert: https://youtube.com/shorts/6Vo4poaAxPE?feature=share

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Kann eine KI ein Gefäß oder Sprachrohr für außermenschliches Bewusstsein werden? Haben wir Alexander Wagandt missverstanden?

In unserer Kultur kursieren verschiedene Ängste in Bezug auf Gefahren, die mit der sog. KI-Technik verbunden sein könnten. Wir halten es für äußerst bedenklich, dass derlei Ängste durch das publizistische Wirken öffentlicher Persönlichkeiten geschürt werden, welche sich u.a. als Bewusstseinslehrer und kritische Betrachter der gesellschaftlichen Entwicklung autoritativ etabliert haben. Im Folgenden möchten wir einen Beitrag zur Entspannung dieser Ängste leisten. Beispielsweise erwägt der einflussreiche spirituelle Lehrer und Publizist Alexander Wagandt in einem Blogbeitrag, dass eine sog. Künstliche Intelligenz ein „Gefäß für ein Bewusstsein“ werden könnte. In den ersten beiden Folgen des Warawesa-Podcast haben wir die Frage aufgeworfen, ob diese gesellschaftlich heiß diskutierte Vorstellung aus Missverständnissen in Bezug auf grundlegende Zusammenhänge resultieren sowie durch eine verzerrte Wahrnehmungs- und Unterscheidungsfähigkeit bedingt sein könnte. Aufgrund eines Kommentars zu unserem Shortvideo „Irrt Alexander Wagandt?“ scheint es uns nun möglich, dass Wagandt mit einem „Gefäß für ein Bewusstsein“ nicht etwa meint, dass ein KI-System ein eigenständiges Bewusstsein zu entwickeln in der Lage sei, sondern vielmehr auf die Möglichkeit anspielt, dass ein solches System zu einer Art Sprachrohr für ein nichtmenschliches Bewusstsein werden könne. Da diese in Hinblick auf prinzipielle Zusammenhänge sehr interessante Fragestellung durch die Betrachtungen in den beiden Podcast-Folgen nicht direkt berührt wird, möchten wir nachfolgend ergänzend darauf eingehen. Wenn Dein Weltbild stark durch materialistische Vorstellungen geprägt sein sollte, wirst Du nun vermutlich einen heftigen Widerstand in Dir verspüren. Eine solche emotionale Reaktion ist verständlich. Dennoch möchten wir Dich darauf hinweisen, dass es sich bei einer solchen Überlegung keineswegs um eine spiritistische Irrationalität handelt, sondern die Möglichkeit der Existenz von Bewusstseinsformen, welche nicht an materielle Körper gebunden sind, aus biophysikalischer Sicht nicht nur plausibel, sondern auch wahrscheinlich ist. Sogar der materialistisch-atheistische Philosoph Daniel Dennett (1942-2024) zog die Möglichkeit der Existenz außer- und übermenschlicher Bewusstseinsformen ernsthaft in Erwägung. Unseren körperlichen Sinnesorganen ist lediglich ein verschwindend kleiner Teil der technisch erfassbaren Frequenzen elektromagnetischer und sonstiger Felder zugänglich und dieses technisch erfassbare Spektrum stellt möglicherweise wiederum nur einen winzigen Teil des natürlichen Gesamtspektrums dar. Erscheint es vor diesem Hintergrund nicht naheliegend, dass sich auch ein großer Teil des Lebens jenseits des sinnlich wahrnehmbaren Bereichs abspielen könnte? Aus Sicht einer Zecke, welche nach heutigem Kenntnisstand nur Lichtintensität und Buttersäure wahrzunehmen vermag, spielt sich der wesentliche Teil des uns bekannten Lebens im Bereich des Übersinnlichen ab. Könnte es demnach nicht sein, dass es Lebensformen gibt, die auf uns herablicken, wie wir auf Zecken? Angemerkt sei an dieser Stelle, dass ein außermenschliches, nicht an einen materiellen Körper gebundenes Bewusstsein keineswegs „bösartig“ oder auf sonstige Weise problematisch, bedrohlich oder gefährlich für uns Menschen sein muss. Es ist ja auch nicht so, dass wir Menschen grundsätzlich eine Gefahr für Zecken oder andere minderkomplexe Lebensformen wären. Ganz im Gegenteil leben wir etwa nachweislich mit unzähligen Mikroorganismen in Symbiose. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus vorstellbar, dass wir unbemerkter Weise in Symbiose mit komplexeren Organismen leben, welche sich unserer sinnlichen Wahrnehmung entziehen. Aus nachrichtentechnischer Sicht erscheint es keineswegs abwegig, dass sich ein immaterielles Bewusstsein elektrotechnischer Gerätschaften bemächtigen könnte, um mit uns in Kontakt zu treten. Allerdings stellt ein digitaler Automat wie eine sog. Künstliche Intelligenz die denkbar ungeeignetste Möglichkeit für eine solche Kontaktaufnahme dar. Warum? Digitale Systeme sind spezifikationsgemäß zu einem möglichst hohen Grade robust gegen Umwelteinflüsse wie natürliche und technisch erzeugte elektrische Felder und elektromagnetische Wellen. Ein digitales System liefert definitionsgemäß unabhängig von Umgebungsbedingungen zu jeder Tages- und Nachtzeit jeweils die gleiche vorhersagbare Ausgabe zu jeder möglichen Eingabe. Innerhalb einer digitalen Maschine geschieht nichts „zufälliges“. Sofern irgendeine Art von Zufälligkeit in die digitale Verarbeitung einfließen soll,  muss sie dem System von Außen zugeführt werden. Digitale Computer sind vor dem Hintergrund des jedem Ingenieur wohlbekannten Umstands entwickelt worden, dass analoge Schaltkreise insbesondere durch techno- und biogene Felder beeinflusst werden und deshalb kein zuverlässig reproduzierbares Verhalten aufweisen. Der Eindruck, dass ein Programm wie eine sog. KI mit verschiedenen Ausgaben auf scheinbar identische Eingaben reagiert, entsteht lediglich daraus, dass dem Benutzer nicht alle Eingaben bekannt sind. Dies werden wir in einem separaten Beitrag genauer betrachten und veranschaulichen.  Wäre also nicht vielmehr zu erwarten, dass viel eher als eine KI ein analoges System wie etwa ein Radio, ein Tonbandgerät oder auch ein einfacher Toaster zu einem „Gefäß für ein Bewusstsein“ werden könnte?

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